Der Schutz von Kleinkindern vor Misshandlung und Missbrauch soll verbessert werden. Der Bundesrat hat an seiner Sitzung vom 27. Juni 2018 eine entsprechende Änderung des Schweizerischen Zivilgesetzbuches (ZGB) auf den 1. Januar 2019 in Kraft gesetzt.

Damit gelten neue Regeln für Gefährdungsmeldungen an die Kindesschutzbehörden. Künftig unterliegen nicht mehr nur Personen in amtlicher Tätigkeit, also etwa Lehrpersonen oder Sozialarbeitende der Pflicht, bei Verdacht auf eine Kindeswohlgefährdung Meldung an die Kindesschutzbehörde zu erstatten. Diese Meldepflicht gilt neu auch für alle Fachpersonen, die beruflich regelmässig mit Kindern Kontakt haben, etwa Kita-Mitarbeitende oder professionelle SporttrainerInnen. Sie müssen künftig die Kindesschutzbehörde einschalten, wenn konkrete Hinweise bestehen, dass die körperliche, psychische oder sexuelle Integrität eines Kindes gefährdet ist und sie die Gefährdung nicht selber abwenden können (vgl. nArt. 314d ZGB).

Auch Personen, die dem Berufsgeheimnis des Strafgesetzbuches unterstehen (etwa ÄrztInnen, PsychologInnen und AnwältInnen) können sich neu an die Kindesschutzbehörde wenden, falls die Meldung im Interesse des Kindes liegt. Diese Personen erhalten ein Melderecht (vgl. nArt. 314c ZGB). Bisher durften sie nur Meldung erstatten, wenn eine strafbare Handlung vorlag.